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    Die Energiepolitik der Schweiz
    Energiewende abwenden!
20 Feb 2017

Warm Duschen mit Doris


Liest man im Bundesamt für Energie unseren Blog? Es gibt Anzeichen: gleich zwei Meldungen aus dem BfE befassen sich mit dem Duschen und sie sind dazu angetan, nicht nur den schweizerischen Teil der Menschheit vor dem kalt Duschen zu bewahren, sondern bestimmt auch die Energiewirtschaft auf den Kopf zu stellen und die Energiewende zu retten.

Aber der Reihe nach: Die erste Erfindung, die notabene für einen Deutschen Innovations-Preis nominiert worden ist, zwingt geradezu zum warm Duschen. Die Idee ist so naheliegend, dass nur ein Genie drauf kommen kann: man leitet das Kaltwasser durch einen Wärmetauscher im warmen Ablauf der Dusche. Es kommt so leicht vorgewärmt zur Mischbatterie. Somit braucht es weniger Heisswasser und man spart „Energie, CO2 und Geld“ (Originalton BfE).

Die zweite Innovation ist noch raffinierter. Sie beruht auf einer subtilen Manipulation des menschlichen Verhaltens. Das geht so: Zwischen dem Duschen-Schlauch und der Brause wird ein Gerät montiert, das gut sichtbar den Wasserverbrauch darstellt. Man traut den Duschenden zu, das abstrakte Konzept „Liter“ zu verstehen. Das noch abstraktere Konzept „Kilowattstunde“ allerdings nicht. Zur Darstellung der verbrauchten Energiemenge muss ein Eisbär herhalten, dessen Eisscholle mit zunehmendem Energieverbrauch abschmilzt. Doch das manipulative Gerät ist nur die Voraussetzung für die Forschungsarbeit, die vom BfE bei der ETH in Auftrag gegeben worden ist.
Die Ergebnisse sind sensationell: Angesichts der steigenden Anzahl verbrauchter Liter und der abschmelzenden Eisscholle duschen die Menschen weniger lang! Fast ein Viertel weniger lang. Und das auch noch nach drei Wochen.

Das Nobel-Komitee in Stockholm weiss ja, dass aus der ETH immer wieder sensationelle Forschungsresultate kommen. Es wird sicher Notiz nehmen.

Die Tragik der beiden Sensationen liegt aber darin, dass sie gegeneinander arbeiten. Der Wärmetauscher in der ersten Erfindung muss zuerst sich selbst erwärmen, bevor er das Kaltwasser vorwärmen kann. Wenn nur kurz geduscht wird, hat er kaum Zeit, soweit zu kommen – und dann dauert es noch weitere Jahre, bis die eingesparte Energie die graue Energie kompensiert hat, welche für die Herstellung der zusätzlichen Rohre und des Wärmetauschers aufgewendet worden ist.

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